Post-OP Aufklärungen

Merkblatt für das Verhalten nach ambulanten Eingriffen

Um Wundheilungsstörungen und/oder andere Komplikationen zu vermeiden, beachten Sie bitte die folgenden postoperativen Verhaltensregeln:

Auffälligkeiten nach der OP
Sollten Sie ungewohnte Veränderungen wie Blutungen, starke Schmerzen, Gefühls- und Bewegungsstörungen, stark ausgeprägte Befindlichkeitsstörungen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall oder Hautveränderungen, Luftnot oder Fieber feststellen, so informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder suchen Sie eine Klinik mit Notaufnahme auf.

Blutstillung
Zur Blutstillung wird ein Wattetupfer auf die Wunde gelegt, auf den Sie bitte bis zum Stillstand der Blutung durch leichtes Aufbeißen Druck ausüben. In dieser Zeit ist das Öffnen des Mundes zu unterlassen. Nach etwa 1 Stunde ziehen Sie den Wattetupfer vorsichtig zur Seite ab. Sollte es erneut zu Nachblutungen kommen, beißen Sie bitte erneut circa 1 Stunde auf einen Wattetupfer oder sterilen Verbandsmull auf. Falls diese Maßnahme nicht ausreicht die Blutung zu stillen, nehmen Sie bitte mit uns oder der nächstgelegenen MKG-Klinik Kontakt auf.

Operationswunde
Nach Möglichkeit sollte die Operationswunde geschont werden. Jeglicher Kontakt mit den Fingern, der Zahnbürste, Zahnstochern oder Taschentüchern sollte vermieden werden. Des Weiteren sollten Sie darauf achten, die Wunde möglichst nicht mit der Zunge zu berühren. Ein Saugen an der Wunde sollte vermieden werden.

Schwellungen
Operationsbedingte Schwellungen können noch ein bis zwei Tage nach der Operation zunehmen und zwei bis fünf Tage nach dem Eingriff andauern. Meist ist eine Flüssigkeitsansammlung der Grund für die Schwellung. In der Regel ist eine Schwellung kein Anzeichen für eine Entzündung. Zur Verminderung einer Schwellung im Gesichtsbereich und in der Mundhöhle sollten Sie die Seite des Eingriffes mit feuchtkalten Umschlägen kühlen und jegliche Wärmeanwendung vermeiden. Verwenden Sie dabei keine Eispackungen in unmittelbarem Hautkontakt.

Vermeiden Sie Flachlage
Wenn Sie sich am Tag des Eingriffes ausruhen möchten oder schlafen gehen, legen Sie bitte ein volumenstarkes, dickes Kissen unter den Kopf und vermeiden Sie eine Flachlage.

Nahrungsaufnahme und Genussmittelkonsum

Bitte warten Sie mit der Nahrungsaufnahme (insbesondere heiße Speisen und Getränke) bis die Betäubung restlos abgeklungen ist. In den ersten Tagen sollten Sie weiche, nicht zu heiße Kost zu sich nehmen und möglichst wenig sprechen. Bis die Operationswunde vollständig verheilt ist, sollte auf den Konsum von Tabakwaren sowie auf den Genuss von blutdrucksteigernden Getränken wie Tee, Kaffee, Alkohol und Cola verzichtet werden. Hierdurch verringern Sie die Gefahr von Nachblutungen und es kommt zu einer verbesserten Wundheilung. Das Kauen sollte unbedingt auf der gesunden, nicht operierten Seite des Mundes erfolgen. Auf der operierten Seite sollte zumindest bis nach der ersten Nachkontrolle und dem Ziehen der Fäden nicht gekaut werden.

Körperliche Anstrengungen
In den ersten Tagen nach dem Eingriff sollten körperliche Anstrengungen unbedingt vermieden werden. Dies gilt in besonderem Maße für sportliche Aktivitäten und für den Körper anspruchsvollere Freizeitaktivitäten wie z. B. Sonnenbaden und Saunagänge. Bei kontaktintensiven Sportarten wie Fußball oder vor allem Kampfsport sollte länger ausgesetzt werden.

Mundhygiene
Der Mundraum sollte so sauber wie möglich gehalten werden. Putzen Sie Ihre Zähne auch nach dem Eingriff regelmäßig und gründlich, um einer Infektion vorzubeugen. Sparen Sie dabei den Wundbereich aus, sodass die entstandene Wunde geschont wird und sich der Blutpfropfen nicht aus der Wundhöhle löst. Das Benutzen von elektrischen Zahnbürsten außerhalb des Wundbereiches ist grundsätzlich möglich. Mundduschen sollten Sie bis zur Abheilung nicht verwenden. Falls das Zähneputzen nicht möglich ist, muss mit einer Chlorhexidin-Lösung morgens und abends gespült werden. In den ersten Tagen sollten häufige Mundspülungen und häufiges Spucken vermieden werden.

Medikamenteneinnahme
Sollten Ihnen Medikamente verordnet worden sein, halten Sie sich bitte genau an die Einnahmevorschriften. Nehmen Sie keine zusätzlichen Medikamente nach eigenem Ermessen ein und achten Sie auf die Höchstdosis bei Schmerztabletten.

Straßenverkehr und Geschäftsfähigkeit
Nach einer Narkose – aber auch nach einer örtlichen Betäubung und durch die Belastung des Eingriffes – können das Reaktionsvermögen und die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen für einige Stunden deutlich herabgesetzt sein. Sie müssen sich daher nach einem ambulanten Eingriff von einer Begleitperson nach Hause bringen lassen. Wir teilen Ihnen nach Abschluss des operativen Eingriffs mit, wann Sie wieder uneingeschränkt handlungsfähig sein werden. Minderjährige Patienten müssen bei ambulanter Durchführung des Eingriffs grundsätzlich von einer erwachsenen Begleitperson abgeholt werden. Beachten Sie zudem, dass Ihre Geschäftsfähigkeit nach dem operativen Eingriff eingeschränkt sein kann.

Ihr Praxisteam wünscht Ihnen gute Besserung!

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